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Technik & Techniken

In diesem Bereich möchte ich kurz das von mir eingesetzte Equipment erläutern sowie Neulingen der Fotografie ein paar Tipps zu Aufnahmetechniken und der Bildbearbeitung geben. Klar hat jeder gute Fotograf verschiedene Arbeitsweisen um mehr aus seinen Bildern zu machen und oft gehen die Meinungen auch auseinander, deswegen hier der Hinweis das diese Tipps alle ohne Gewähr sind ;-)

Die Technik der digitalen Spiegelreflexkameras hat sich in den letzten Jahren enorm verbessert und mittlerweile können auch interessierte Neueinsteiger mit der kleinen Kasse eine sehr gute Kamera erhalten. Jede Marke hat da so ihre eigenen Stärken - jeder sollte probieren mit welchem Modell er am besten gute Fotos hinbekommt.

Kurze Erläuterung zu meinem eingesetzten Equipment:

Kameras: Pentax K10D & Nikon D300s

Objektive:

- Tokina 11-16/2.8 AT-X Pro DX ( Nikon )
- Nikon AF Nikkor 50mm 1:1,8D
- Sigma 18-50mm F2.8 EX DC Macro ( Pentax )
- Tamron 70-200 F2.8 ( Pentax )
- Sigma DG 28-300mm ( Pentax )
Zubehör:
- Cokin P System ( Grauverlauf )
- B+W Polfilter zirkular 77mm MRC " Slim "
- Hoya Pro1 Digital ND8 Graufilter
- Cullmann Magnesit 525 M Stativ

Fotobearbeitungsprogramme:

- Adobe Photoshop Elements 7.0

- Adobe Photoshop CS 3 & 4

- Photomatix Pro 3.1

- Nikon Capture NX 2

 

Bei Spiegelreflexkameras sollte man sich nicht vom Pixelwahn verleiten lassen, eine Auflösung zwischen 10-15 Megapixel reicht für alle Anwendungen und Bedürfnisse im privaten Gebrauch! Sensoren mit Auflösungen jenseits der 20 Megapixel machen nur im absoluten Profisegment Sinn, wo eine Auflösung auch mal für die großflächigen Werbeplakate in der Stadt reichen muss.

Einige Kamerahersteller verbauen gleich in der Kamera einen Bildstabilisator, wichtig um bei längeren Brennweiten verwacklungsfreie Bilder zu erhalten. Weiterhin spart dies beim Objektivkauf mitunter enorm Geld!

 

Welches Objektiv wofür?

 

Das Sigma 18-50mm eignet sich hervorragend als " Immer Drauf " Linse und deckt die meisten Situationen ab. Zudem besitzt es mit einer Offenblende von 2.8 noch genug Reserven für scharfe Bilder in der Dämmerung.

 

Das Sigma 28-300mm ist ein relativ preisgünstiges Tele, besonders geeignet für Tieraufnahmen und weit entferntes aller Art

 

Das Tamron 70-200mm eignet sich besonders durch seine durchgängig hohe Lichtstärke von 2.8 zum Freistellen von nicht allzu weit entfernten Objekten. Beispielsweise lassen sich hier sehr schöne Porträts vor unscharfem Hintergrund erzeugen!

 

Das Tokina 11-16mm ist eine Ultraweitwinkellinse - perfekt um weite Landschaften oder Architektur einzufangen.

 

Die Nikkor Festbrennweite 50mm zeichnet sich wie jede andere Festbrennweite auch durch knackscharfe Auflösung aus. Für Fotografen die mit einer Linse alles fotografieren wollen allerdings wenig geeignet!

 

Um mehr aus Landschaftsbildern zu machen setze ich verschiedene Filtertechniken ein, viele sagen diese seien nicht nötig weil man alles auch im Bildbearbeitungsprogramm zu seinen Wünschen ändern könnte - hierzu ist allerdings sehr viel Erfahrung und Zeit nötig! Ich bevorzuge daher die schnellere Variante!

 

Verschiedene Techniken und Bildbearbeitungen werde ich im folgenden mit Beispielbildern erklären.  

Alle Fotos lassen sich durch anklicken vergrößern!

 

Die HDR - Technik

HDR ( High Dynamik Range ) bedeutet  hoher Dynamikumfang .

Bis jetzt ist keine Kamera in der Lage so kontrastreich wie das menschliche Auge zu sehen, mit der HDR Technik gelingt dies mit wenigen Bearbeitungsschritten.

Eine unbearbeitete Aufnahme von der Rakotzbrücke im Rhododendronpark bei Kromlau. Oft gibt es schwierige Lichtsituationen mit denen ein Sensor Probleme bekommt. Wasser, Bäume & Brücke sind gut ausgeleuchtet, aber der Himmel zeigt keinerlei Struktur mehr. Zudem ist das Bild noch sehr Kontrastarm. Abhilfe können hier Verlaufsfilter oder ein HDR-Bildbearbeitungsprogramm schaffen. 

Das Motiv nach der HDR- Bearbeitung mit Photomatix. Kontrastreich und gut durchzeichnet zeigt sich nun die schöne Szenerie. Um ein HDR zu erzeugen macht man vom Stativ 3-5 oder mehr verschieden belichtete Aufnahmen. Einige neuere Kameramodelle bieten diese Funktion nebst fertiger Bearbeitung bereits im Gehäuse an. Anschließend werden die Fotos im HDR-Programm übereinandergelegt und die Aufnahme kann über das Tonemapping an die speziellen Wünsche angepasst werden.

Ein weiteres gutes Beispiel, das jeder Kamera Probleme bereitet. Das Motiv: Der Blick in die Dresdner Münzgasse mit der Frauenkirche zum Sonnenaufgang. Das unbearbeitete Bild zeigt im Bereich des Himmels kaum noch Zeichnung, da die Kamera den Vorzug auf die Ausleuchtung der Gasse gelegt hat. Man kann die Wolken zwar durch Unterbelichtung wieder hervorheben, allerdings " säuft " dann auch die Häusergasse in den Schatten ab.

Nach der HDR und Tonemappingbearbeitung zeigt sich die Szenerie wunderbar durchzeichnet und farbenfroh. Die Stärke der Wirkung eines HDR´s lässt sich an die eigenen Wünsche wunderbar anpassen. 

Langzeitbelichtungen

Besonders beim Fotografieren von Bach - und Flussläufen sowie oft auch bei Nachtaufnahmen eignen sich Langzeitbelichtungen um Fließbewegungen einzufangen. In der Natur ist dies der weiche Lauf des Wassers und in Städten lassen sich so wunderbare Lichtlinien des Verkehrs festhalten. Um gute Bildergebnisse zu erhalten sollten Langzeitbelichtungen stets vom Stativ aufgenommen werden, manchmal ist ein solches aber nicht zur Hand. In solchen Fällen können auch Geländer oder Felsen, die den nötigen festen Stand bieten als Hilfe herhalten. Viele Spiegelreflexkameras bieten die Funktion den Spiegel vor der Auslösung hochzuklappen, um Erschütterungen bei der Aufnahme zu vermeiden. Bei Nachtaufnahmen eignet sich die " Bulb" Funktion der Kamera um individuelle Ergebnisse zu erhalten.

Ein Motiv mit zwei verschiedenen Wirkungen. Der Blick geht in die wilde Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen. Bei der oberen Aufnahme wurde die Wasserbewegung eingefroren. Selbst herabfallende Wassertropfen von den Felswänden sind deutlich zu erkennen. Hierzu wurden Einstellungen mit einer Blende F/6.3 und 1/100 Sekunde Belichtungszeit bei einer Empfindlichkeit von ISO 250 verwendet.

 

Im unteren Bild wurde die Fließbewegung deutlich weicher dargestellt. Dies gelang mit einer weit geschlossenen Blende von F/16.0 und einer Belichtungszeit von einer Sekunde bei gleicher Empfindlichkeit.

Da ich bei dieser Wanderung kein Stativ mitgeführt habe, musste ein Felsen für die Langzeitbelichtung herhalten.

 

Foto unten: Besonders bei kleinen Bachläufen lassen sich mit Langzeitbelichtungen sehr schöne Effekte erzielen, so wie hier im Kirnitzschtal ( Nationalpark Sächsische Schweiz ). Die Aufnahme entstand mit einer Einstellung von  ISO 100, Blende F11.0 und 2 Sekunden Belichtungszeit. Zusätzlich wurde ein Graufilter mit Neutraldichte 8 verwendet. Dieser verhindert gleichmäßig die einfallende Lichtmenge im Objektiv ohne die Farbwiedergabe zu verändern. Somit muss man die Blende nicht so weit schließen um den Fließeffekt zu erzielen, was wiederrum der Schärfeleistung des Objektivs zugute kommt.

Foto unten:

 

Auch bei Nachtaufnahmen lassen sich mit Langzeitbelichtungen schöne Effekte erzielen, so wie hier beim Blick auf die Skyline der Dresdner Altstadt. Das Wasser der Elbe erscheint durch die lange Belichtung glatt wie ein Spiegel und der Verkehr zeichnet sich durch lange weiße und rote Streifen ab. Der Sterncheneffekt bei der Straßenbeleuchtung entsteht durch eine relativ weit geschlossene Blende, will man diesen vermeiden sollte man eine eher kleine Blendenzahl wählen - hier kommt es auch auf den persönlichen Geschmack an!

Die Einstellungen für diese Aufnahme:

Blende: F/13.0, Empfindlichkeit: ISO 100, Belichtungszeit: 15 Sekunden, Brennweite: 35mm

Stürzende Linien

Ein Problem jeder Weitwinkellinse ist die Verzeichnung, die besonders in der Fotografie von Gebäuden durch stürzende Linien zum Problem wird. Das Beispiel zeigt das Kloster Ettal in Oberbayern. Die Position für die Aufnahme ist relativ ungünstig von unten und aus nächster Nähe mit 18mm Brennweite. Nicht immer kann man den Standort entfernt und auf gleicher Höhe wählen, jedoch ist die Aufnahme nachher mit ein wenig Aufwand trotzdem zu retten! Je nach der Qualität des Objektivs fällt die tonnenförmige Verzeichnung stärker oder schwächer aus. Abhilfe können hier die sogenannten " Tilt & Shift " Objektive bringen mit denen man dieser Problematik schon beim Fotografieren vorbeugen kann. Jedoch sind diese Optiken immens preisintensiv und die Bedienung erfordert einiges an Erfahrung. Wesentlich schneller und günstiger geht es mit Hilsprogrammen, wie beispielsweise der bekannten Freeware " ShiftN " mit der sehr gute Ergebnisse erzielt werden können. Ich entzerre meine Fotos im Adobe Photoshop mit dem Filter " Kameraverzerrung korrigieren ". Dort lassen sich mit Hilfe mehrerer Schieberegler gleich gute Ergebnisse erzielen. Beachten sollte man allerdings schon bei der Aufnahme, dass beim nachträglichen Entzerren auch ein Teil des Bildes verloren geht - es sollte also genug Bearbeitungsspielraum bleiben. Die untere Aufnahme nach der Bearbeitung im Photoshop zeigt sich nun wesentlich besser, die Türme des Klosters sowie die Bäume links und rechts kippen nun nicht mehr nach innen!

Das Zusammenspiel zwischen Blende & Brennweite

Im folgenden möchte ich das Zusammenspiel zwischen Blende und Brennweite an einigen Beispielen erklären. Besonders in der Porträtfotografie wird es als sehr angenehm empfunden wenn der Hintergrund in einem schönen " Bokéh " ( Unschärfe ) verläuft und sich das Hauptaugenmerk auf die fotografierte Person beschränkt. Mit einer Brennweite ab cirka 70mm und einer weit geöffneten Blende ( Blendenwerte zwischen 2 und 4 ) lassen sich hier schöne Ergebnisse erzielen.

 

Das erste Beispiel zeigt ein Foto ohne besonders großen Anspruch, zwar gut aber es könnte auch besser sein. Model Kristin steht am Eibsee im Zugspitzgebiet. Die Blende beträgt F/5.6 und die Brennweite 18mm - eher untypisch für die Porträtfotografie, aber geeignet wenn man etwas von der Umgebung zeigen möchte. Der Hintergrund zeichnet sich noch deutlich ab und jedes Detail ist erkennbar. Ein weiteres Problem zeigt sich bei kurzen Brennweiten in den verfälschten Proportionen von Gesichtern und Körperteilen. Ein guter Schnappschuss fürs Urlaubsalbum aber allemal!

Das zweite Foto zeigt Model Svetlana in einer alten Burgruine. Die Brennweite beträgt nun 35mm und die Blende ist mit F/3.2 schon recht weit geöffnet. Das Ergebnis sieht nun schon deutlich harmonischer aus. Das Hauptaugenmerk liegt nun auf der Person und der Hintergrund hebt sich zwar noch ab - dies aber schon deutlich weniger auffällig als beim ersten Beispiel.

Das dritte Foto liefert das beste Ergebnis. Es zeigt Model Linda in einem Dresdner Park. Hier wurde ein lichtstarkes Teleobjektiv ( 70-200mm ) mit einer maximalen Blendenöffnung von F/2.8 verwendet. Perfekt um Objekte vor einem Hintergrund freizustellen. Die gewählte Brennweite bei der Aufnahme lag bei 130mm und die Blende wurde mit F/3.2 fast komplett geöffnet. Der Fokus liegt nur auf der Person, ein sehr harmonischer Schärfeverlauf und ein unscharfer Hintergrund sind das Ergebnis. Zudem sorgt die lange Brennweite für angenehme Körperproportionen! Besonders bei der anspruchsvollen Porträtfotografie lässt sich also festhalten: Lieber etwas mehr Brennweite und eine weit geöffnete Blende für gute Ergebnisse.

Besonders in der Makrofotografie lassen sich mit Hilfe langer Brennweiten und weit geöffneter Blenden minimalste Schärfeverläufe erzeugen, so wie bei den Wassertropfen am Springkraut im Polenztal, Nationalpark Sächsische Schweiz.

Die Brennweite betrug 50mm und die Blende wurde mit F/2.8 komplett geöffnet.

Das nächste Foto zeigt ein Geckoweibchen mit Wassertröpfchen auf dem Körper. Auch hier betrug die Brennweite 50mm und die Blende wurde mit F/2.8 komplett geöffnet. Der Hauptschärfebereich beschränkt sich somit fast komplett auf das Auge. Besonders in der Tierfotografie ist oft sehr viel Geduld gefragt, für ein optimales Schärfeergebnis wurde bei dieser Aufnahme per Hand fokussiert.

 

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